Qualitätsbewertung bei Wikipedia 7. Mai 2008
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Wikipedia hat seit gestern ein neues Instrument zur Qualitätssicherung testweise eingeführt: Rechts oben findet man nun bei jedem Artikel ein Symbol, das anzeigt, ob die jeweilige Artikelversion unmarkiert ist, gesichtet oder geprüft wurde.
Als Gesichtet gilt eine Artikelversion, wenn von einem regelmäßigen Autor bestätigt wurde, dass sie keine mutwilligen Verunstaltungen (Vandalismus) enthält.
Geprüft kann eine Artikelversion zusätzlich werden, wenn sie nach Meinung eines fachkundigen Prüfers keine sachlich falschen Aussagen oder verfälschenden Lücken enthält.
- (Quelle: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie)
Die Markierung gilt immer für eine bestimmte Version. Standardmäßig wird dann dem Nutzer nicht mehr die aktuelle Version angezeigt, sondern die letzte markierte. Auf diese Weise soll Vandalismus zunächst nicht sichtbar werden.
Interessant ist hierbei, dass nun zwar die Funktionalität zur Verfügung steht, aber bisher noch kein Verfahren feststeht, mit dem ein “fachkundiger Prüfer” als solcher bestimmt wird. Als “Gesichtet” können bereits normale Nutzer mit einem gewissen Aktivitätsgrad Artikel markieren. Aber auch diese notwendige Aktivität eines “Sichters” ist noch nicht endgültig festgelegt.
Ich verfolge diese neue Funktionalität mit großem Interesse. Zum einen wird hierdurch das Qualitätssicherungssystem erweitert und Vandalismus eingeschränkt. Zum anderen wird aber die Mitarbeit für Jedermann eingeschränkt. Eine Änderung durch einen normalen Nutzer, die Behebung eines Fehlers eingeschlossen, ist zunächst nicht sichtbar und es muss gewartet werden, bis zumindest ein “Sichter” die Version freigibt. Ich halte das eigentlich für einen sehr starken Eingriff in die Wikipedia-Grundphilosophie, der aber hoffentlich dadurch abgefangen wird, dass dies nur für Artikel gilt, die bereits irgendwann einmal markiert wurden. Ich hoffe, dass diese Art der Qualitätssicherung daher auch nur bei Artikeln wirksam wird, für die sich auch mindestens ein “Sichter” interessiert und häufig die Änderungen verfolgt. Somit sollte bei nicht markierten Artikeln wie bisher die Selbstkontrolle durch die Nutzermasse ausreichend sein.
Sollten aber “Sichter” quer durch die Bank auch selten gesichtete Artikel einmalig markieren, könnte dies im schlimmsten Fall zu einem Abbrechen der Beteiligung im Bereich der selten genutzten Artikel führen.
Ich werde mich in die neue Funktionalität vertiefen und an dieser Stelle weiter davon berichten.
[...] Das bedeutet für mich, ich werde als Wikipedianutzer nicht diskriminiert und dazu degradiert, an der Wikipedia vielleicht schreiben zu dürfen, damit aber leben zu müssen, dass meine Änderungen in einer Art Sandbox landen, die niemand sieht, bis eben ein “Sichter” vorbeikommt und sein OK klickt. Ein Prinzip, an dem durchaus Kritik geübt wird. [...]