Mark Twain und das Web 2.0 17. April 2008
Posted by QualitätZwoNull in Blickwinkel.Tags: mark twain, tom sawyer
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Ich glaube oft, dass Mark Twain das Web 2.0 irgendwie schon geahnt hatte, als er seine “Adventures Of Tom Sawyer” schrieb. Zumindest beschreibt er irgendwie treffend den Kern einer Enterprise 2.0:
Tom gave up the brush with reluctance in his face, but alacrity in his heart. And while the late steamer Big Missouri worked and sweated in the sun, the retired artist sat on a barrel in the shade close by, dangled his legs, munched his apple, and planned the slaughter of more innocents. There was no lack of material; boys happened along every little while; they came to jeer, but remained to whitewash. By the time Ben was fagged out, Tom had traded the next chance to Billy Fisher for a kite, in good repair; and when he played out, Johnny Miller bought in for a dead rat and a string to swing it with—and so on, and so on, hour after hour. And when the middle of the afternoon came, from being a poor poverty-stricken boy in the morning, Tom was literally rolling in wealth. (…)
He had had a nice, good, idle time all the while—plenty of company—and the fence had three coats of whitewash on it!
Ein paar Zeilen zeigt er seine Weisheit, indem er auch noch erklärt, warum intrinische Motivation extrinsische bei weitem schlägt:
If he had been a great and wise philosopher, like the writer of this book, he would now have comprehended that Work consists of whatever a body is OBLIGED to do, and that Play consists of whatever a body is not obliged to do. And this would help him to understand why constructing artificial flowers or performing on a tread-mill is work, while rolling ten-pins or climbing Mont Blanc is only amusement. There are wealthy gentlemen in England who drive four-horse passenger-coaches twenty or thirty miles on a daily line, in the summer, because the privilege costs them considerable money; but if they were offered wages for the service, that would turn it into work and then they would resign.
(Zitate aus “Adventures Of Tom Sawyer” von Mark Twain aus dem Projekt Gutenberg)
Qualitäts-Fragen 17. April 2008
Posted by QualitätZwoNull in Allgemeines.Tags: fragen, qualität
1 comment so far
“Qualität? Das kann doch jeder ändern!?!?”
So oder so ähnlich wird es ein jeder Wikipediabegeisterte schon einmal in einer Diskussion mit einem Kritiker gehört haben. Wir Web 2.0-Bürger haben es lange irgendwie gewusst und spätestens seit dem Vergleich von Wikipedia und Brockhaus durch das Magazin Stern scheint es für uns bewiesen: Durch die Nutzung der “Wisdom Of The Crowds” in Kooperationssystemen hat die Wikipedia im Schnitt eine höhere Qualität als der klassische Brockhaus.
Mich treiben derzeit - ganz wissenschaftlich natürlich - folgende Fragen:
Ist das denn wirklich so? War die Stichprobe des Stern nur populistisch oder fundiert? Was bedeutet Qualität im Web 2.0 überhaupt? Und wenn die Qualität der Wikipedia die des Brockhaus schlägt, woran liegt das? Kann man das auch für die Zukunft sicherstellen?
Will man Web-2.0-Technologien im Unternehmen, also in Unternehmens(interner)kommunikation, B2B und B2C einsetzen, um damit die Wertschöpfung zu unterstützen oder sogar den Kern der Wertschöpfung in das Web 2.0 zu legen, muss man im Sinne des ROI gewisse Erwartungshaltung an diese soziotechnischen Systeme mitbringen. Man muss sich also die Frage stellen: welchen Nutzen erwarte ich mir davon? Und welche Anforderungen muss das System erfüllen, damit ich diesen Nutzen auch erreiche?
Die Qualität muss sich letztendlich am Erreichungsgrad dieser Anforderungen messen lassen. Aber was sind Kriterien für den Nutzen eines solchen Produktes? Was ist das Produkt überhaupt? Der Inhalt? Die Plattform?
Und letztendlich: Wie formuliere ich Anforderungen an die Qualität von Inhalten im Web 2.0 oder die Systeme selbst? Wie messe ich die inhärenten Eigenschaften anhand welcher Kriterien?
Und wie - und ich denke, dies ist insgesamt die schwierigste und zugleich spannendste Frage - steuere ich die Qualität im Unternehmens-Web-2.0?
Mit diesen noch völlig unstrukturierten Fragen im Hinterkopf werde ich die nächste Schubkarre voll Literatur aus der Bibliothek nächste Woche bearbeiten. Vielleicht könnt Ihr ja auch ein paar Eurer Gedanken zu meinen Fragen mit mir teilen.